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Musikbar Eldorado Berlin

In den zwanziger Jahren erlebte dieser Teil von Schöneberg seine erste Erstehung als Schwullesbischer Bezirk im Westteil der Stadt. Es gab in der 20ern bereits Tanzlokale für Herren. Zwar waren im Kaiserreich und auch in den 20ern recht strenge Moralvorstellungen seitens der Institutionen, doch im Berlin der Nachkriegsjahre (erster Weltkrieg) war vieles möglich, was verboten war. Ein jähes Ende erreichte das schwullesbische Leben im Kiez nach der Machtübernahme durch Hitler. Binnen kürzester Zeit wurden die „anrüchigen“ Lokale geschlossen, viele der Schwulen und Lesben verfolgt und in Konzentrationslager geschafft bzw. vor die Devise gestellt Frontsoldat (was den fast sicheren Tod bedeutete) oder Verhaftung. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Geschichte um das Eldorado (damals Kalckreuth Ecke Motzstraße wo man heute den netten schwulen Nachbarn beim Discountshopping kennen lernen kann). In den Zwanzigern vergnügten sich Künstler wie Marlene Dietrich, Claire Waldorff oder Wilhelm Bendow nächtelang in dem „Herrenlokal“. Es war der Hauptanziehungspunkt für Schwule und Lesben nicht nur in Berlin. Wegen der Berühmtheit setzte sich gleich nach der Schließung nach der Machtübernahme ein Nazi-Propaganda-Zentrum in den Räumen ein. Das Leben im Bezirk änderte sich merklich und konnte auch nach dem zweiten Weltkrieg nicht gleich noch einmal durchstarten. Durch die unsägliche Übernahme der Homoparagraphen in das Rechtsystem der Bundesrepublik waren Verfolgung, Razzien und Verleumdungen bis weit in die 60er Jahre stark verbreitet. Lokale gab es kaum und wenn, gab es nur Zutritt nach Klingel und Gesichtskontrolle bzw. man musste Mitglied sein.

Das änderte sich durch ein Café am Kleistpark. Nicht unbedingt im heutigen „Warmen Dreieck“ gelegen war es das Andere Ufer, welches als erstes im Jahre 1977 Schluss machte mit undurchsichtigen Fenstern, geschlossener Tür und Einlasskontrollen. Und Künstler wie Rio Reiser, Nina Hagen oder auch David Bowie machten das Café mit den großen Fenstern nach drinnen und draußen zu einer viel bestaunten Homobar an einer der Hauptstraßen Berlins. Nach und nach verschwanden die Klingeln und das Selbstbewusstsein von Schwulen und Lesben nahm zu. Während bei den ersten Demonstrationen im Westteil Berlins nur ca. 200 Demonstranten teilnahmen (1979) waren es Mitte der 80er Jahre schon mehrere Tausend.

Im gleichen Maße wurde das lesbischwule Leben immer sichtbarer. Nach und nach entstanden neue Lokale, aber auch Dienstleister kamen hinzu. War es am Anfang vielleicht nur ein Friseur oder Blumenhändler, so folgten in den 90er Jahren das ganze Spektrum. Im Gegenzug erkannten viele Heterofamilien, dass es durchaus Vorteile hat in einem Bezirk mit Schwulen und Lesben Tür an Tür zu leben. Das Umfeld stimmt einfach.


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