
Am Montag, 23. Januar 2017 um 18 Uhr erinnert der Lübecker CSD e.V. an die Verfolgung von Homosexuellen in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Mitglieder des Vereins, die schwul-lesbische Community und deren Freunde legen am Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle an der Parade 12 in einer Gedenkaktion einen Kranz nieder.
Im Anschluss lädt das Haus der Kulturen gleich neben dem Denkmal zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen ein.
Warum erinnern wir?
Auch die schwulen Männer Lübecks waren von Verfolgung durch den NS-Staat betroffen: am 23. Januar 1937 wurden etwa 230 Männer im Rahmen einer Razzia verhaftet und zunächst in das als Gestapo-Zentrale dienende ehemalige Zeughaus am Dom gebracht. Die Schicksale der Betroffenen verliefen in den kommenden Monaten unterschiedlich: Es wurden Anklagen wegen Verstoßes gegen §175 erhoben, es kam zu Gerichtsprozessen und Verurteilungen zu Haftstrafen. Waren diese abgesessen, konnte die Gestapo ohne jeglichen weiteren Gerichtsbeschluss eine Einweisung in ein KZ vornehmen. Hier steht eine genauere historische Aufarbeitung einzelner Schicksale noch aus.
Details zur Kranzniederlegung und zum Denkmal:
http://www.luebeck-pride.de
http://www.erinnern-luebeck.de