
Am IDAHOT gehen wir, die LSBTTIQ Community und Menschen, die uns unterstützen, weltweit auf die Straße. Wir gehen in die Öffentlichkeit und machen auf Missstände aufmerksam. Wir fordern eine Verbesserung und eine eindeutige Haltung gegenüber den Missständen. Sogar heute gibt es noch Verfolgung und Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Orientierung. In noch über 75 Ländern ist Homosexualität strafbar, in einigen Ländern droht sogar die Todesstrafe.
Besonders erschüttert uns, die Berichte über brutale, staatlich organisierte Verfolgungswellen gegen Homosexuelle in der autonomen russischen Teilrepublik Tschetschenien weiter anhalten. Anfang April wurden dort drei Männer ermordet. Über 100 schwule oder vermeintlich schwule Männer wurden verschleppt, sie werden seither in Lagern festgehalten und gefoltert.
Die Journalistinnen, die darüber berichteten, sind seither massiven Drohungen der politischen und religiösen Führung Tschetscheniens ausgesetzt.
Wir verlangen von der Bundesregierung, dass sie sich einsetzt für die Aufklärung der Morde, die Bestrafung der Schuldigen und die sofortige Freilassung aller verschwundenen Männer. Sie muss deutlich machen, dass auch Tschetschenien sich an menschenrechtliche Standards und Verpflichtungen zu halten hat. Die Missachtung der Menschenrechte ist nicht hinnehmbar, solche Taten müssen sofort eingestellt, aufgeklärt und geahndet werden.
Mehr Unterstützung für queere Flüchtlinge
Viele queere Geflüchtete sind nicht nur vor Kriegsgewalt geflohen, sondern auch vor homophober Gewalt, was durch Berichte von Gräueltaten an Homosexuellen durch die Terrororganisation IS sehr deutlich wurde.
In Deutschland schauen wir auf eine Vergangenheit mit Verfolgung und Diskriminierung homosexueller Menschen zurück. Im dritten Reich wurden Homosexuelle umgebracht und in Konzentrationslager gebracht. Und auch danach wurden über 140.000 homosexuellen Menschen auf der Grundlage des § 175 verfolgt, diskriminiert und gedemütigt. Wir fordern Rehabilitation und Wiedergutmachung.
Viele der nach dem § 175 Verfolgten sind schon nicht mehr am Leben. Umso mehr sollte sich die Wiedergutmachung auch an Menschen wenden, die auch auf Grund Ihrer geschlechtlichen Orientierung oder Geschlechtlichkeit Schutz in Deutschland suchen. Gerade Städte mit Ihrer offenen Kultur und der vorhandenen unterstützenden LSBTTIQ – Szene sollten sich besonders für queere Flüchtlinge einsetzen, damit sie hier das leben können, was ihnen in ihren Heimatländern verwehrt wird.
Seid mit dabei, wenn wir wieder auf die Straßen gehen und für unsere Rechte und Rechte von Menschen, die nicht sprechen können, einstehen
ca. 18.00 Uhr Kundgebung
ca. 18.30 Uhr Luftballon Flashmob