
(Ukrainian text below)
(English text below)
Überall Hass, Wut und Chaos. Wie sollen wir in einer solchen Welt für gleiche Rechte einstehen? Die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence hat dafür ein Konzept entwickelt, den Kreativen Protest. Mit einfachen Mitteln seinem Anliegen Ausdruck verleihen – darum geht es. Friedfertig und positiv, kostengünstig und mit Spaß. Damit war Lawrence auf Tour durch die Ukraine und ihrer LSBTI-Community. In ihrer Dokumentation „Rainbow on Tour“ erzählen die Filmemacherinnen Ludmila Kyrylenko und Vera Yakovenko aus Kyiw von den Abenteuern, die die Künstlerin in den Tagen vor dem KyivPride 2016 in verschiedenen Städten der Ukraine erlebt hat.
Wir zeigen den Film am Montag, 10. Juli, im Rahmen der lesbisch-schwulen Filmreihe MonGay im Kino Atelier, Sonnenstraße 12, ab 21.15 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin und der Filmemacherin Ludmila Kyrylenko. Im Anschluss: Podiumsdiskussion zum Thema: „Kreativer Protest – ein probates Mittel gegen den neuen Rechtspopulismus auch in Deutschland?“. Eintritt 7,50 Euro.
Ihre Workshops beginnt Naomi Lawrence immer mit derselben Frage: „Wie fühlt Ihr Euch heute, was beschäftigt Euch, was ist wichtig für Euch?“ Dann geht es an die Arbeit, ohne Angst, ohne Not. „‚Ich kann nicht malen‘, gibt es nicht“, sagt Lawrence. Jede und jede kann auf seine Weise darstellen, was sie oder ihn bewegt. Zu Beginn der Sitzung stellt Lawrence in einem Theorieteil Beispiele für positiven und negativen Protest vor, inspiriert, dann greifen die Teilnehmer*innen zu Farbe, Pinsel und Bastelmaterial. Wenn die Leute ihre Scheu erstmal verloren haben, legen sie richtig los.
Noami Lawrence ist mit ihrem Creative Protest schon oft in der Ukraine gewesen, zuletzt eben im Mai 2016. Sie hat dafür auf Einladung der Gay Alliance Ukraine einige der Queer Homes des Landes aufgesucht – und zwar in Odessa, Saporischschja, Krywyj Rih und Kyiw. Das sind vier der sieben Kommunikations- und Kulturzentren, die die Gay Alliance Ukraine, größte LSBTI-Organisation des Landes, für die Community unterhält. Was die Menschen vor Ort umtreibt, kann sehr unterschiedlich sein, wie Naomi Lawrence von früheren Creative-Protest-Workshops in der Ukraine weiß: Die einen machen sich für mehr Radwege und Mülltrennung stark, die anderen für LSBTI-Rechte. Mancher leidet unter seiner Familie, anderen geht es um den Frieden im Land. 2016 haben allerdings alle Gruppen dezidiert den KyivPride vorbereitet, der am 12. Juni des Jahres stattfinden sollte. Heuer fällt der Pride in Kyiw auf den 18. Juni
In München zeigt der CSD dieses Jahr zusammen mit der Gay Alliance Ukraine, Munich Kyiv Queer, dem Queer Film Festival München und mit Unterstützung des Kulturreferats zum allerersten Mal den Dokumentarfilm „Rainbow on Tour“, den die Filmemacherinnen Ludmila Kyrylenko und Vera Yakovenko über die Naomi Lawrences Reise durch die Ukraine gedreht haben. In vier Städten haben Lesben, Schwule und Trans*leute mit künstlerischen Mitteln protestiert: Sie haben Denkmälern einen Regenbogenschirm in die Hand gedrückt (Odessa), Ortsschilder umgedeutet (Saporischschja), Straßen mit ihren Slogans beschriftet (Krywyj Rih) und den Patriotismus im Land für sich genutzt (Kyiw). Alles legal, versteht sich. „Rainbow on Tour“ zeigt die vier Stationen des Trips bis zum KyivPride 2016. Das Werk beweist, dass sich in der (internationalen) solidarischen Zusammenarbeit viel bewegen lässt.
Das Konzept zum Kreativen Protest hat die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence vor einigen Jahren selbst entwickelt. Es folgt dem Ansatz, dass eine positive Haltung die beste Grundlage für politisches Handeln ist, weil sie am nachhaltigsten Dinge zum Guten wendet.
Der Film „Rainbow on Tour“ dauert 46 Minuten, läuft im Original mit deutschen Untertiteln.
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Прем’ера стрічки “Веселка в турне”
Понеділок, 10 червня 2017, 21.15
Місце: Atelier, City Cinemas, Зонненштрассе 12, 80331 Мюнхен
Мюнхенський прайд приносить новини з Києва! Ми збираємось вперше показати в Мюнхені документальну стрічку “Веселка в турне”. Вона розповідає про воркшопи з креативного протесту, які провела напередодні КиївПрайду2016 в Одесі, Запоріжжі, Кривому Розі та Києві мюнхенська мисткиня Наомі Лоренц. Вони відбувались на базі Квір Хоумів, культурно-комунікаційних центрів Гей-альянсу Україна, найбільшої місцевої організації. Учасники та учасниці вчилися висловлювати політичний протест за допомогою простих речей – райдужної парасольки, вкладеної в руки кам’яної статуї, правозахисних графіті, переробленої комерційної реклами, тощо. Все в рамках закону, звичайно! Політика може бути цікавою та не мусить бути дорогою. Фільммейкерки Віра Яковенко та Людмила Кириленко знімали цей тур. Як виявилось (і про що розповідає фільм), можна багато чого зробити якщо є підтримка і солідарність! Згідно з розробленою Наомі Лоренц концепцією, позитивний підхід – найкращий ґрунт для політичних акцій, адже добрі речі тривають довше та приносять зміни.
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Premiere Rainbow on Tour
Monday, 10th of July 2017, 9.15 p.m.
Location: Atelier, City Cinemas, Sonnenstraße 12, 80331 Munich
Munich Pride brings news from Ukraine. We are going to screen the documentary “Rainbow on Tour” for the very first time in Munich. It tells about the creative protest workshop tour that Munich based artist Naomi Lawrence offered in four different cities of Ukraine, in Odesa, Zaporizhzhya, Kryvyi Rih and Kyiv, in the days before KyivPride 2016. She was hosted by the Queer Homes. These are communication and cultural centres for the community run by Ukraine’s largest LGBT-organisation, Gay Alliance Ukraine. The participants expressed political protest by simple means. That is how they put a rainbow umbrella in the hands of a stone monument, painted their Human Rights’ slogans on the streets, redesigned commercial ads. Everything was legal, of course. Politics can be fun and do not have to be expensive at all. The filmmakers Vera Yakovenko and Ludmila Kyrylenko filmed the tour. Much can be done, so the movie proves, with (international) solidarity. Naomi Lawrence developed the concept for the creative protest. It follows a special approach saying that a positive attitude is the best basis for political action because this makes good things last and brings change.