
Das erste Regenbogenkonzert der Münchner Philharmoniker setzt ein sicht- und vor allem hörbares Zeichen in Richtung Community. Es ist Teil der Patenschaft des städtischen Orchesters für die
Münchner Regenbogenstiftung, der dieses Konzert gewidmet ist. Die Regenbogenstiftung unterstützt und fördert seit ihrer Gründung im Jahr 2010 gemeinnützige Projekte in den unterschiedlichsten Bereichen der LSBTI-Szene.
Für die Premiere ist ein Kammerkonzert geplant: Es spielen die Musiker Julian Shevlin und Simon Fordham (Violine), Valentin Eichler (Viola) und David Hausdorf (Violoncello).
Auch die Münchner Community setzt sich für die gute Sache ein: Zu Beginn des Abends spielt das „Rainbow Sounds Orchestra Munich“, das sich im Vorfeld des internationalen queeren Chörefestivals Various Voices (9.–13. Mai 2018) gegründet hat. Die engagierten Schwestern der perpetuellen Indulgenz werden für die Regenbogenstiftung sammeln.
Schirmherr des Konzerts ist Oberbürgermeister Dieter Reiter:
„Musik verbindet! Und wenn dies dazu dient, Gleichstellung und Antidiskriminierung zu befördern, dann ist das umso erwähnenswerter! Ich freue mich sehr, dass das Orchester der Stadt München, die Münchner Philharmoniker, mit dem Regenbogen-Konzert zum CSD 2017 ein so kraftvolles Signal senden: Wertschätzung und Akzeptanz von Vielfalt kann gerade in der heutigen Zeit gar nicht stark genug betont werden – und was ist besser dafür geeignet als Musik?! Das Konzert ist der Münchner Regenbogen-Stiftung gewidmet, unserer städtischen Stiftung für Gleichstellung von LGBT*.
Damit wird deutlich: Die Landeshauptstadt München und ich als Oberbürgermeister auch ganz persönlich wendet sich in aller Entschiedenheit gegen jede Form von Ausgrenzung gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern.“
Grußworte des Orchesters:
„Dieses Regenbogen-Konzert ist ein würdiger Auftakt der Kooperation mit der Münchner Regenbogen-Stiftung“, so Orchestervorstand Stephan Haack. „Die Münchner Philharmoniker setzen hiermit ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Vielfalt ist nicht nur in der Musik wichtig, sondern auch im alltäglichen Leben.“
Intendant Paul Müller betont: „Die Gewalt-Attacke gegen Homosexuelle, die jüngst im Glockenbachviertel vorgefallen ist, zeigt uns, wie alltäglich Diskriminierung stattfindet und wie wichtig es ist, seine Stimme dagegen zu erheben. Wir als Orchester der Stadt möchten ein Zeichen für Offenheit und Toleranz setzen. Nicht nur mit diesem Konzert, sondern langfristig. Daher freuen wir uns auf viele weitere Veranstaltungen zusammen mit der Münchner Regenbogen-Stiftung.“
In der Planung sind u.a. Veranstaltungen im Club »Garry Klein« sowie weitere Kammermusikkonzerte und gemeinsame Projekte.
Das Programm:
JEAN SIBELIUS
»Andante festivo« für Streicher und Pauken ad lib.
KATRIN SCHWEIGER
»Schwebend« für Streicher
BENJAMIN BRITTEN
»Frolicsome Finale« (4. Satz) aus »Simple Symphony« op. 4
HANS WERNER HENZE
»Adagio – Tempo eines Trauermarsches« (1. Satz) aus »Der junge Törless« (Fantasia für
Streichsextett)
STEVE REICH
»Duet for two violins and strings« (Solo-Violinen: Doro Bertsch & Ingo Petersen)
ALEXANDER ZUCKOWSKI/CONCHITA WURST
»Rise like a Phoenix« instrumentiert für Streicher von Alexander Strauch
RAINBOW SOUND ORCHESTRA MUNICH
MARY ELLEN KITCHENS, Dirigentin
ALEXANDER STRAUCH, Dirigent
JOSEPH HAYDN
Quartett g-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello, op. 74,3; Hob. III: 74, »Reiterquartett«
RALPH VAUGHAN WILLIAMS
String Quartet No. 1 in g minor
JULIAN SHEVLIN, Violine
SIMON FORDHAM, Violine
VALENTIN EICHLER, Viola
DAVID HAUSDORF, Violoncello
Das Rainbow Sound Orchestra Munich
Das Rainbow Sound Orchestra Munich (RSO-M) wurde 2015 auf Initiative der LGBT-Chöre Münchens anlässlich des Various Voices Festivals gegründet, das vom 9. bis 13. Mai 2016 im Münchner Gasteig Kulturzentrum und im öffentlichen Raum stattfinden wird. Von Anfang an teilen sich Mary Ellen Kitchens, Dirigentin und Musikwissenschaftlerin, und Alexander Strauch, Komponist und Dirigent, die künstlerische Leitung des Orchesters. Ihr Ziel ist es, bekannte und unbekannte Musik mit Bezügen zu queeren Themenkreisen oder von LGBT-Komponistinnen und Komponisten oder schlichtweg guter und interessanter Musik aus vergangenen Tagen und der Jetztzeit verschiedenster Genres mit den Musikerinnen und Musikern des RSO-M zu Gehör zu bringen. Das Orchester besteht zwar hauptsächlich aus Mitgliedern mit LGBT-Hintergrund, ist aber auch offen für Leute jeder anderen Identität, die Lust und Freude haben, mit ihnen diese speziellen Programme zu pflegen.