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Tunesien

Homosexualität ist in Tunesien gesellschaftlich stark tabuisiert und wird mit Gefängnisstrafe bedroht. Artikel 230 des Strafgesetzbuches von 1913 (in weiten Teilen 1964 überarbeitet) bestraft gleichgeschlechtliche Sexualität mit bis zu drei Jahren Gefängnis als Höchststrafe. Eine homosexuelle Community konnte sich aufgrund der Gesetzgebung in Tunesien bisher nicht bilden. In der Hauptstadt Tunis findet sich unter anderem in der Avenue Bourguiba ein Cruisingort für homosexuelle, sexuelle Kontakte. Anders als in anderen islamischen Staaten wie beispielsweise Ägypten oder Libyen findet kaum Repression statt und es kommt vergleichsweise selten zur strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Menschen. Dennoch kann es laut Meldungen der Reisebranchen durchaus vorkommen, dass schwule Turisten nach dem Sex erpresst werden, obwohl Stricher am ehesten eine Verfolgung befürchten müssen. Außerdem besteht zum Schutz von Lesben und Schwulen keinerlei Antidiskriminierungsgesetzgebung, und weder die gleichgeschlechtliche Ehe noch irgendeine Form der eingetragenen Partnerschaft findet staatliche Anerkennung. Nach der Tunesischen Revolution hat sich die Situation kaum verändert. Zwar wurde im März 2011 nach der weitgehenden Aufhebung der Zensur in Tunesien das Magazin Gayday gegründet, im Februar 2012 verkündete der Menschenrechtsminister Samir Dilou jedoch, ein Verbot der Zeitschrift zu befürworten. In einer Fernsehsendung bezeichnete der Politiker der Partei Ennahda Homosexualität als Perversion, die medizinisch behandelt werden müsse. Gesetzesänderungen zum Schutz von Schwulen und Lesben sind nach den Äußerungen des Menschenrechtsministers nicht zu erwarten. Der Chefredakteur des Gayday-Magazins sprach von einer Verschärfung der Lage, da Homosexualität nicht länger ein Tabuthema sei und homophobe Äußerungen nun zunehmen.

Quelle: wikipedia.org, Stand 1.1.2014


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